AGGRO ALAN

von Penelope Skinner

 

regie: Damian Popp

 

spiel: Matthias Hecht

Premiere: 27.2.2020, 19:30 Uhr

Rottstr. 5 theater, bochum

Weitere Termine unter:

 

https://www.rottstr5-theater.de/aggro-alan.html

Roger ist der "Held" in AGGRO ALAN. Und Roger hasst seinen Job. Nachdem er seine alte, gut bezahlte Arbeit verloren hat, muss er als dritter Assistent eines Supermarktfilialleiters, Beschwerden von Kund*innen entgegennehmen.
Eigentlich hasst Roger sein ganzes Leben, denn seine Frau hat ihn nach einer postnatalen Depression verlassen, seinen 14jährigen Sohn hat er seit acht Monaten nicht mehr gesehen und seine derzeitige Freundin entdeckt plötzlich den Feminismus für sich.

Doch dann stößt Roger zufällig auf den Youtube-Kanal von Aggro Alan, einem Pionier der Männerrechtsbewegung, und endlich fühlt er sich verstanden. Plötzlich ergibt alles einen Sinn! Aggro Alans radikalen Gedanken und Erkenntnisse sind für Roger, wie er selber sagt, "ein Befreiungsschlag" von seinem "alten Leben, der systematischen Unterdrückung und der Ausbeutung des Mannes durch den Feminismus, der eine gynozentrische Gesellschaft geschaffen hat". Und so rutscht Roger immer tiefer in eine krude Ideologie, die ihn mehr und mehr von sich und seinen engsten Mitmenschen entfernt. Er sagt: "Hier wird sich alles ändern!"


Autorin Penelope Skinner suchte eine Antwort auf die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und schrieb einen Monolog über Männlichkeit in der Krise. Mit viel Witz schafft Skinner es in ihrem Text meisterhaft, mit nur einem Charakter verschiedene Blickwinkel auf Männlichkeit im 21. Jahrhundert zu eröffnen. Wie viel Mitleid man für Roger empfinden kann, ändert sich dabei ständig: so echt seine Probleme auch sind, umso fragwürdiger werden mit der Zeit seine Lösungsansätze.
Die Uraufführung von AGGRO ALAN fand beim Edinburgher Fringe Festival statt und wurde von der New York Times Critics als „Best Theatre 2018“ ausgezeichnet.

Pressestimmen:

Matthias Hecht geht in seiner Rolle als Roger völlig auf. Wenn er immer wieder an seiner Hose nestelt oder sich den Schweiß von der Stirn wischt, wenn er halbherzig aufbegehrt und zögernd den Aufstand probt, ist das komisch und bemitleidenswert zugleich. Immer tiefer gerät er in die seltsame Gedankenwelt von Aggro Alan und es wird klar, wie leicht sich Menschen auf der Suche nach der Lösung ihrer Lebensprobleme von radikalen Bewegungen manipulieren lassen.
Ein toller, trauriger aber auch witziger Abend, dem es gelingt, die Geschlechterfrage realitätsnah und sinnlich zu verhandeln.

(WAZ / Funke Medien Gruppe)